Die Limeco ist die Kehrichtentsorgungs- und -verbrennungsfirma des Limmattals. Seit Jahren prangt auf ihren blauen Abfallsäcken der Spruch “Kehricht ist umfreundliche Energie.” Doch, wie umweltfreundlich kann das Verbrennen von Kehricht sein?

Das Stimmvolk hat zugestimmt, dass die Limeco an einem neuen Standort eine noch grössere Kehrichtverbrennungsanlage aufbauen darf. Gleichzeitig soll sie die Gemeinden mit Fernwärme versorgen.

Die Limeco hat ihren Werbespruch noch weiter ausgedehnt zu “Fernwärme ist umweltfreundlich und CO2-neutral.” Sie betont, dass ihre Wärme “nachhaltig” ist und hat sich dies sogar mit “Naturemade basic” zertifizieren lassen.

Sicher, ein grosses Heizkraftwerk mit sehr guter Filterung ist besser als viele kleine, häusliche Heizkraftwerke mit schlechter Filterung. Akzeptiert.

Aber, wie kann das Verbrennen von Kehricht nachhaltig, umweltfreundlich und CO2-neutral sein? Das geht nicht. Nur, weil wir jeden Tag Tonnen um Tonnen Kehricht produzieren, ist der Rohstoff “Kehricht” nicht nachhaltig. Wenn man etwas verbrennt, dann entsteht CO2. Nur, weil man etwas sowieso verbrennt und sinnvollerweise die Abwärme nutzt, macht dies nicht CO2 neutral.

Das wäre so als würde man behaupten, Verbrenner-Autos seien CO2-neutral, weil sie mittels der sowieso entstehenden Abgase den Turbolader antreiben und so die Verbrennung fossiler Stoffe verbessern.

Wenn man etwas verbrennt, dass bestenfalls gar nicht existieren sollte, dann ist das noch schlimmer für die CO2-Bilanz. Erstens, weil das Produkt produziert werden musste und zweitens, weil es nun wieder verbrannt wird.

Das ist so als würde man behaupten, das Verbrennen der Regenwälder sei CO2-neutral, weil früher dort auch keine Bäume standen.

Wäre es nicht besser, wenn wir gar keinen Kehricht verbrennen müssten? DAS wäre dann CO2-neutral. Es wäre auch CO2-neutral, eine Wärmepumpe mit Solar- oder Windenergie zu betreiben. DAS wäre umweltfreundlich. Aber es steht zu befürchten, dass sobald die zentrale Fernwärme in die Gemeinden geleitet wird, vermutlich weniger Luft-Wärmepumpen verbaut werden.

Je grösser aber das Versorgungsgebiet der Limeco mit Fernwärme ist, desto grösser ist auch der Bedarf an Kehricht, den die Bürger produzieren müssen, damit sie es daheim schön warm haben. Das widerspricht aber leider dem Wunsch, immer weniger Kehricht zu produzieren.

Bei uns daheim besteht der Kehricht fast ausschliesslich nur noch aus Verpackungsmüll. Gleichzeitig steigt unser gesellschaftliches Bestreben danach, immer weniger Verpackungsmaterial zu erzeugen.

Karikiert könnte die Situation werden, wenn die angeschlossenen Gemeinden zu wenig Kehricht bereitstellen. Müssen dann die Gemeinden der Limeco eine Strafe zahlen? Oder importieren wir dann den Kehricht aus anderen Kantonen oder Ländern?

Die Abhängigkeit ganzer Gemeinden von einem zentralen Kraftwerk steigt enorm. Bei infrastrukturellen Problemen werden sie gemeinsam frieren.

Nur der selber erzeugte Strom, dessen Speicherung und Nutzung mit einer eigenen Luft-Wärmepumpe ist sowohl nachhaltig, CO2-neutral, umweltfreundlich und krisensicher.


Foto von Magda Ehlers von Pexels.

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