Die Schweiz. Das kleine, grosse und unabhängige Land, das sich in ihren Alpen verbarrikadiert, das für sich selbst sorgen will, das keine fremden Gutsherren und keine fremden Richter haben wollte, das aber trotzdem viele gute und weltweit anerkannte Organisationen gestartet hat. Wo ist diese Schweiz hin? Nun hat das Schweizer Stimmvolk die einmalige Gelegenheit etwas Gutes für sich und unsere Nachkommen zu tun. Doch was scheint zu passieren? Es unterwirft sich freiwillig mächtigen, Nicht-Schweizer Konzernen, damit die unser Wasser, unseren Boden und unsere Luft vergiften.

Wacht auf! möchte man rufen, wenn man die Prognosen für das kommende Abstimmungswochenende sieht. Die Schweiz könnte sich selber retten und wieder einmal als Vorreiter voranschreiten. Warum scheint sie es nicht zu wollen?

Die Vereinten Nationen haben ihren Zweitsitz in Genf. WHO und UNICEF sitzen in der Schweiz. Das UNHCR sitzt in der Schweiz. Das Rote Kreuz stammt aus der Schweiz. Die Genfer Flüchtlingskonvention entstammt hier. Wir Schweizer sorgen dafür, dass es unserer Welt gut geht. Und nun verlangt z.B. das Pariser Abkommen, das die Schweiz aufgrund ihrer Möglichkeiten in den nächsten 10 bis 15 Jahren CO2-neutral ist.

Manche Parteien betonen in ihrer Rhetorik gerne „Da machen wir nicht mit“ und wollen sich nicht von Ausländern abhängig machen. Es sind die gleichen Parteien, die einen anderen Weg einschlagen, wenn es um ihre eigenen Vorteile oder die einzelner Personen geht, getreu nach dem Motto „ein wenig Abhängigkeit kann nicht schaden“.

Energie – Das Öl kommt nicht von der Migros

Die einzige Ressource der Schweiz ist nicht das Geld der Banken. Es ist das Wasser. Das Wasser kommt zu uns von nah und fern als Wolken, die sich an den hohen Flanken der Schweizer Berge stauen, abkühlen und abregnen. Im Winter speichern die Gletscher und Berge diesen Niederschlag als Schnee und Eis, welches sich im Sommer als Wasser in den Flüssen sammelt.

Weil die Gletscher schmelzen, wird die Schweiz ihre einzige Ressource verlieren. Warum schmelzen die Gletscher? Weil wir Unmengen an Öl verbrennen. In wessen Interesse mag es sein, dass wir Öl verbrennen, und damit freiwillig unsere einzige Ressource vernichten?

Es ist ein Irrglauben, dass es in der Schweiz Ölquellen gibt, weil hier viele Benzin- und Dieselzapfsäulen stehen. Das Öl kommt auch nicht von der Migros oder Agora. Aber wir verbrennen pro Kopf sehr viel Öl. In der kleinen Schweiz fahren wir die grössten Verbrenner-Autos mit den grössten Motoren in Europa. Auch beheizen wir eine Vielzahl unserer Häuser gerne mit Methoden des letzten Jahrhunderts.

„40% der Gebäude in der Schweiz werden mit Öl beheizt.“

Avenergy, der Interessenverband der Ölimporteure.

Wir haben uns abhängig gemacht von fernen Ländern und Regimen. „Abhängig“ ist das richtige Wort, denn Öl ist unsere Droge, die wir uns täglich spritzen.

„Die Mitglieder von Avenergy Suisse und Swissoil garantieren den zuverlässigen Nachschub an Wärmeenergie.“

Avenergy

Avenergy wäre demnach vergleichbar mit einem Vertreter der Drogenproduzenten, während Swissoil unser Dealer darstellen könnte. Beide haben ein Ziel, welches ebenfalls auf ihrer Webseite zu finden ist:

„Denn nur wenige Autos haben keinen Tank und bewegen sich ausschliesslich mit Batteriestrom. Daran wird sich auch in nächster Zukunft nichts Wesentliches ändern.“

Avenergy

Und damit sich das nicht ändert, sind sie bereit, jeden Trick anzuwenden, um die Abhängigen bei der Stange zu halten.

Wie der Zufall spielt, ist der Geschäftsführer von Swissoil der Nationalrat und ehemalige SVP-Vorsitzende, Albert Rösti.

„Autofahren nur für Reiche?“ fragen sie und diverse Interessenverbände auf Plakaten.

Nein, sicher wollen sie nicht nur das Geld der Reichen, sondern auch das der Wenigerreichen. Das schreiben sie leider nicht auf die Plakate.

Ist es nicht an der Zeit, dass die Schweiz unabhängiger wird bei der Grundversorgung an Energie?

Pestizide – Besiegen wir die Natur, besiegen wir uns selber

Viele glauben, dass Syngenta, welches einst aus Teilen von Novartis und Ciba-Geigy entstand, ein Schweizer Unternehmen sei. Weit gefehlt! Es ist zu 100% in den Händen von China. Bayer-Monsanto, der Hersteller von Glyphosat und weiteren Pestiziden, ist ein deutsch-amerikanisches Unternehmen.

Schweizer Bio-Bauern können Produkte anbauen, die der Markt freudig kauft. Wieso können die Bio-Bauern dies, aber ihre Nachbarn, die „konventionell“ produzieren, glauben, sie bräuchten Pestizide, Chemikalien und viele unnatürliche Helferlein? Schon alleine der Begriff „konventionell“ suggeriert, dass diese Bauern auf einer Art anbauen, die ihre Vor-Vor-Vorfahren genutzt haben. Bio ist die ursprüngliche, die konventionelle Anbaumethode: mit der Natur anstelle gegen sie. Auf Dauer können wir die Natur nicht besiegen. Besiegen wir die Natur, besiegen wir uns selber.

Die Chemieindustrie hat diesen Bauern eingeredet, dass sie „konventionell“ ohne deren Produkte nicht produzieren können. Dabei bedienen sie sich den gleichen Prinzipien, die Edward Bernays, der Schöpfer von Propaganda und Public Relations sich ausgedacht hatte.

Diese Bauern sind süchtig nach den kleinen Ernteertragshelfern. Sie sind so süchtig, dass sie gar nicht merken, wie sie sich selber vergiften. Es gibt Beweise, dass Bauern und Menschen, die in der Nähe von konventionellen Bauernhöfe leben, vermehrt an Parkinson erkranken. Parkinson ist eine Erkrankung des Hirns. Kein Wunder, denn Herbizide, Fungizide und Pestizide sollen Lebewesen töten.

Wir sind so süchtig, dass wir nicht bemerken, wie die Unmengen an Pestiziden die für unser Überleben wichtigen Insekten und uns gleich auch töten.

Ist es nicht an der Zeit, dass die Schweiz die Landwirtschaft zu einer gesundheitsverträglichen Produktion führt?

Landwirtschaft – So vernichten wir unser Trinkwasser

„Die Schweiz kann sich selbst ernähren“. Das kann sie natürlich nicht. Mit Tieren und tierischen Produkte kann sie es aber beinahe.

Die reiche Schweiz isst gerne Fleisch. Grillieren ist ein Volkssport. Wir sind süchtig nach Fleisch. Pro Tag brauchen wir unseren Schuss Fleisch in den Körper.

Zu welchem Preis? Wir importieren ungefähr 500’000 Tonnen an Kraftfutter wie Mais, Soja und Palmfett jedes Jahr, welche billig auf brandgerodeten Regenwaldflächen produziert werden müssen. Mit dem Kraftfutter füttern wir die „Nutztiere“, die neben dem Primärprodukt Fleisch auch Nebenprodukte und Abfallstoffe produzieren. Weil wir aber zu viele Tiere auf zu wenig Fläche halten, wissen wir nicht mehr wohin mit diesen Abfallstoffen. Daher verteilen wir so viel wie möglich auf den Feldern, wodurch wir es zulassen, dass das Oberflächenwasser und das Grundwasser mit Nitraten, Herbiziden, Fungiziden und Pestiziden verunreinigt und somit unser Trinkwasser ungeniessbar wird.

Weil wir süchtig sind nach Fleisch, verdrecken wir unser Trinkwasser. Und durch das Verschwinden der Regenwälder wird sich vermutlich auch der Nachschub für unsere einzige Ressource verändern.

Ist es nicht an der Zeit, dass die Schweiz ihre einzige Ressource wieder trinkbar macht?

Die Schweiz, einig Süchtigland?

Wache auf!

Wir sind süchtig nach Öl, nach Reisen und nach Fleisch. Wir sind so süchtig, dass der nächste Schuss wichtiger ist als wir selber, unsere Nächsten und die, die nach uns kommen werden. Wir sind so süchtig, dass wir nicht merken, wie wir fremden Mächten dienen. Wir sind so süchtig, dass wir vergessen, Sorge zu heben auf diesen schönen Flecken Erde, den wir haben: die Schweiz und die Erde.

Nehmen wir nun wie in dem Film Matrix die blaue oder die rote Pille? Nimmst Du die blaue Pille und bleibst süchtig oder nimmst Du die rote Pille und wachst auf? Deine Stimmen zählen.

Wache auf!

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